Koptisch-Orthodoxe Kirche
Schwäbisch Gmünd

Kirche des Heiligen Abanoub

Über die Kopten

Hl. Markus
Hl. Markus

Die koptisch-orthodoxe Kirche ist eine orientalisch-orthodoxe Kirche, gegründet auf den Lehren des heiligen Markus, der Petrus und Paulus begleitete und sie im Dienst und in der Evangelisierung unterstützte, und Petrus nannte ihn seinen Sohn, wie es im ersten Brief Petrus steht: "Markus, mein Sohn segne dich", Kapitel 5,13.

Der heilige Markus predigte das Christentum in Ägypten während der Herrschaft des römischen Herrschers Nero Im ersten Jahrhundert, etwa zwanzig Jahre nach dem Ende des Evangeliums Christi und seiner Himmelfahrt.

Der erste Mensch, der in Ägypten an Christus glaubte, war ein Schuster der Anianus heißt, zu dem der heilige Markus nach seiner Ankunft in Ägypten ging, um seine vom Reisen abgenutzten Schuhe zu reparieren, und der Schuster rief zu Gott, als die Nadel, mit der er arbeitete, in seine Hand kam. Er schrie: “O Gott, der Eine.
“ Als der Heilige Markus das hörte, war er überrascht und sah es als Gelegenheit, ihm über diesen Einen Gott zu erzählen. Er heilte seinen Finger und fing an den Herrn zu verkünden. Anianus und seine Familie nahmen den Glauben an und Markus taufte sie.

Der Heilige Markus konnte viele Ägypter zum Christentum bekehren. Er hatte einen grossen Einfluss auf die Ägypter und er zerstörte, wie ein Hammer (die Bedeutung seines Namens), den Glauben an das Götzentum. Er wurde der erste Bischof von Alexandria und der erste Patriarch des alexandrinischen Stuhls. Er weihte einen Bischof, drei Priester und sieben Diakone.

Er gründete in Alexandria die erste theologische Schule der Welt, eine Katecheten Schule, die in der Lage war die Gedanken der heiødnischen Schule zu bekämpfen. Des Weiteren legte die göttliche Liturgie fest. Der heilige Markus predigte das Evangelium in ganz Ägypten, und viele Menschen wurden Christen, und er gründete viele Kirchen.

Er wurde schließlich für seinen Glauben gemartert und starb den Märtyrertod, und sein Festtag wird am 25. Tag des Monats Baramhat gefeiert, was dem 8. April im gregorianischen Kalender entspricht.

Papst Athanasius
Papst Athanasius

Die koptische Kirche ist eine starke Verteidigerin des christlichen Glaubens. Das Statut des Konzils von Nikäa, das von den Kirchen der ganzen Welt genehmigt wird, wurde von einem der großen Söhne der koptischen Kirche verfasst: Papst Athanasius (der auch in Trier, 2 Jahren im Exil gelebt hat [ca 335-337 n. Chr.]).
Er hat den Glaubens Credoo verfasst, das die Grundlage des christlichen Glaubens ist, und er hat den Glauben gegen die Arianer verteidigt, die behaupteten, dass der Sohn Gottes nicht von derselben Substanz wie der Vater ist, sondern eine erschaffene Kreatur. Er ist siebenmal in den Exil geschickt worden, aber er blieb standhaft im Glauben und verteidigte die Wahrheit des Christentums. Er ist auch bekannt für seine Schriften über die Heilige Dreifaltigkeit und die Inkarnation Christi.

Mönchtum

Der Anfang des Mönchtums

Der Anfang des christlichen Mönchtums liegt größtenteils in Ägypten und entwickelte sich im 3. und 4. Jahrhundert. Besonders die Wüsten Ägyptens wurden zum Zentrum einer neuen spirituellen Lebensform: Menschen zogen sich bewusst aus der Gesellschaft zurück, um in Gebet, Askese und Einsamkeit näher zu Gott zu leben.

Die Wüstenväter

Anba Anthonius
Anba Anthonius

Eine der wichtigsten Figuren am Anfang des Mönchtums war Antonius der Große (ca. 251–356). Er gilt als „Vater der Mönche“. Antonius zog sich in die ägyptische Wüste zurück, lebte dort als Einsiedler und widmete sein Leben dem Gebet, Fasten und geistlichen Kampf. Viele Menschen kamen zu ihm, um von ihm zu lernen, wodurch sich um ihn herum erste Gemeinschaften von Einsiedlern bildeten.
Sein Leben wurde später von Athanasius von Alexandria beschrieben. Das Werk verbreitete sich im gesamten römischen Reich und machte Antonius zu einem Vorbild für Christen, die ebenfalls ein asketisches Leben führen wollten.

Hl. Macarius der Große
Hl. Macarius der Große

Am Anfang lebten viele Mönche als Eremiten (allein in der Wüste). Später entstand eine zweite Form des Mönchtums: das Gemeinschaftsleben im Kloster. Diese Form wurde besonders von Pachomius im 4. Jahrhundert entwickelt. Pachomius gründete organisierte Klöster mit festen Regeln, gemeinsamer Arbeit, Gebet und klarer Struktur. Dieses Modell verbreitete sich schnell und beeinflusste später auch das Mönchtum in Europa.

Wichtige Orte des frühen Mönchtums

Mehrere Regionen Ägyptens wurden zu wichtigen Zentren des Mönchtums:

  • die Wüste von Nitria
  • die Region Sketis (heute Wadi an-Natrun)
  • die Wüste von Kellia
Dort lebten tausende Mönche, entweder allein in Zellen oder in lockeren Gemeinschaften.

Die Bedeutung des Mönchtums für das Christentum

Mönch
Mönch
Mönch
Mönch

Das ägyptische Mönchtum beeinflusste das gesamte Christentum. Viele Pilger aus dem Römisches Reich reisten nach Ägypten, um von den Mönchen zu lernen. Die Ideen des asketischen Lebens, der klösterlichen Regeln und der geistlichen Disziplin verbreiteten sich später nach Palästina, Syrien, Kleinasien und Europa. Bis heute spielt das Mönchtum eine zentrale Rolle in der Koptisch-Orthodoxe Kirche von Alexandria, und viele der ältesten Klöster der Welt befinden sich noch immer in den ägyptischen Wüsten.



Papst Kyrillos VI

Papst Kyrillos VI
Papst Kyrillos VI
Papst Kyrillos VI
Papst Kyrillos VI

Ein weiterer wichtiger Mönch in der Geschichte der koptischen Kirche war Papst Kyrillos VI. (1891–1971). Er war ein Mönch, bevor er zum Papst gewählt wurde, und er brachte viele spirituelle und soziale Reformen in die Kirche ein. Er war bekannt für seine Demut, seinen tiefen Glauben und seine Hingabe an die Armen. Unter seiner Führung erlebte die koptische Kirche eine Zeit des Wachstums und der Erneuerung.




Papst Kyrillos VI
Papst Kyrillos VI
Hl. Maria - El Zeitoun
Hl. Maria - El Zeitoun

Er setzte sich für die Bildung ein, baute neue Kirchen und Klöster und stärkte die Gemeinschaft der Gläubigen. Er wird von vielen als einer der größten Päpste in der Geschichte der koptischen Kirche angesehen. Er hat viele Wunder vollbracht.
In seiner Zeit als Papst ist die heilige Frau Maria erschienen. Mehr dazu in Wikipedia und ein Buch heißt "The Marian Apparitions at Zeitoun: An Evidential Inquiry"
Hl. Maria - El Zeitoun

Die Kopten Heute

Papst Tawadros II
Papst Tawadros II

Die koptische Kirche, heute mehr als neunzehn Jahrhunderte alt und trotz der Einheit und vollständigen Integration der Kopten, ist weiterhin eine starke religiöse Einheit und eine klare christliche Figur in der Welt.

Es gibt keine offiziellen Angaben über die Mitgliederzahl der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Ägypten. Die Schätzungen ist ungefähr 20 Millionen. Seit 18.November 2012 führt seine Heiligkeit Papst und Patriarchen Tawadros II. die koptische Kirche. Er gilt als der 118. Nachfolger des hl. Markus.

Die zunehmende Übergriffe der islamischen Extremisten auf Christen und die Verschlechterung der Lebensverhältnisse im Allgemeinen, waren große Faktoren, die zur grössten Auswanderungswelle der Kopten aus Ägypten führten. "Und an jenem Tag erhob sich eine große Verfolgung gegen die Gemeinde in Jerusalem, und alle zerstreuten sich in die Gebiete von Judäa und Samaria ... Diejenigen nun, die zerstreut worden waren, zogen umher und verkündigten das Wort des Evangeliums." Apostelgeschichte 8:1,4

So entstanden in Kanada, USA und Australien grosse koptische Gemeinden.
Auch in den westeuropäischen Ländern, insbesondere in Deutschland, Frankreich, Italien, Holland, Österreich und der Schweiz, entstanden koptische Gemeinden.
Schon seit ca. 285 n. Chr. waren die Kopten in Europa. Mehr dazu finden Sie unter folgendem Link.

Ikonentraeger
Die Heilige Familie

Im Alten Testament findet man Prophezeiungen, die auf Ägypten hinweisen. So steht im Buch des Propheten Jesaja (19,19) : "Alsdann wird mitten im Ägypterland ein Altar für den Herrn stehen."
Der Aufenthalt der Heiligen Familie in Ägypten bedeutet der Kopten sehr viel: Ägypten war das einzige Land ausserhalb seinem Heimat, in dem der Herr sich aufhielt.
An den Stätten, die der Heiligen Familie als Aufenthalt dienten, wurden Kirchen gebaut, die Menschen aus aller Welt noch heute besuchen.

Unser Schutzpatron - Der Heilige Abanoub

Ikone des heiligen Abanoub
Ikone des heiligen Abanoub

Unsere Kirche ist dem Heiligen Abanoub gewidmet, einem jungen Märtyrer, der im Alter von nur 12 Jahren für seinen christlichen Glauben starb. Er ist ein Symbol für Glaubensstärke und Hingabe und inspiriert uns in unserem Glaubensleben. Die koptische Kirche feiert sein Fest am 31. Juli.

Die Geschichte des Heiligen Abanoub

Abanoub wurde in der Stadt Nehisa im Nildelta geboren, als einziges Kind frommer christlicher Eltern, die früh starben. Als er zwölf Jahre alt war, hörte er in der Kirche einen Priester, der die Gemeinde ermutigte, dem Glauben treu zu bleiben – mitten in den Verfolgungen unter dem römischen Kaiser Diokletian. Danach empfing Abanoub die heiligen Sakramente, verschenkte all seinen Besitz an die Armen und machte sich zu Fuß auf den Weg in die Stadt Samanoud.

Auf dem Weg erschien ihm der Erzengel Michael in himmlischem Glanz und sagte ihm voraus, dass er in Samanoud drei Tage leiden und seinen Glauben an mehreren Orten bezeugen werde. In Samanoud trat Abanoub mutig vor den römischen Statthalter, bekannte offen seinen Glauben an Christus und widersprach dem Götzendienst. Daraufhin wurde er schwer gefoltert – doch jedes Mal heilte der Erzengel Michael seine Wunden wunderbar. Durch diese Zeichen kamen viele Menschen zum Glauben und empfingen den Märtyrertod.

Der Statthalter ließ Abanoub auf einem Boot nach Atrib bringen, wo er weiter gefoltert wurde. Während der Fahrt erblindeten die Soldaten und der Statthalter wurde gelähmt; erst auf Abanoubs Gebet hin wurden sie geheilt – und bekannten daraufhin den Glauben an Christus. In Atrib warf man ihn Giftschlangen vor, doch sie taten ihm nichts. Auch dieser Sieg führte viele – darunter drei Zauberer – zur Bekehrung. Schließlich wurde Abanoub durch das Schwert enthauptet und starb den Märtyrertod.

Ein frommer Mann namens Julius wickelte seinen Leib in feines Leinen und brachte ihn in seine Heimatstadt Nehisa. Im Jahr 960 n. Chr. wurden seine Reliquien in die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria und des heiligen Abanoub in Samanoud überführt, wo sie bis heute ruhen. In dieser Kirche befindet sich auch ein Brunnen, aus dem die Heilige Familie – der Herr Jesus, die Jungfrau Maria und der heilige Josef – auf ihrer Flucht nach Ägypten getrunken haben soll. Bis in die Gegenwart werden dort zahlreiche Wunder und Erscheinungen des Heiligen bezeugt.

Koptische Kunst und Ikonen

Theologische Bedeutung

Pantokrator - St Anthony
Pantokrator - St Anthony
Das Abendmahl
Das Abendmahl

Die koptischen Ikonen sind keine Kunstwerke im modernen Sinne — sie sind Theologie in Farbe. Jedes Element hat eine tiefe spirituelle Aussage: Die Frontalität der Figuren schafft eine direkte Begegnung zwischen dem Heiligen und dem Betenden. Der Heilige "schaut" den Gläubigen an — die Ikone wird zur Pforte, zum Fenster in die göttliche Welt. Die bewusste Vernachlässigung von Perspektive und Naturalismus ist kein künstlerisches Unvermögen, sondern theologische Absicht: das Ewige lässt sich nicht mit den Mitteln des Vergänglichen darstellen.
Die Blütezeit der koptischen Ikonenmalerei reicht vom 4. bis ins 13. Jahrhundert.

Charakteristische Stilmerkmale

Der koptische Stil ist sofort erkennbar und unterscheidet sich deutlich von der byzantinischen oder westeuropäischen Ikonenmalerei.

Abba Mina Bawit
Hl. Menas (Bawit)

Augen: Das auffälligste Merkmal sind die übergroßen, weit geöffneten Augen — mandelförmig, stark betont, oft frontal und direkt auf den Betrachter gerichtet. Sie symbolisieren die geistige Wachheit und den Blick in die göttliche Welt.

Proportionen: Figuren sind oft flach und zweidimensional. Körper wirken langgestreckt, Hände übergroß. Die Absicht ist keine naturalistische Darstellung, sondern die Betonung des Spirituellen über das Körperliche.

Farben: Kräftige, leuchtende Farben dominieren — tiefes Ocker, Rot, Blau, Grün und Gold. Es gibt kaum Schattierung oder Perspektive; Farben wirken flächig und symbolisch.

Hintergründe: Anders als in der byzantinischen Tradition ist der Hintergrund oft schlicht, gelegentlich mit floralen oder geometrischen Mustern, seltener mit Goldgrund.

Frontalansicht: Heilige werden fast immer frontal dargestellt, was die direkte Kommunikation zwischen Ikone und Gläubigem unterstreicht.

Theotokos
Theotokos

Besonders häufig dargestellt werden die Muttergottes (Theotokos — Gottesgebärerin), der heilige Georg, der heilige Menas sowie koptische Märtyrer und Wüstenväter wie der heilige Antonius der Große. Die Wüstenväter spielen eine besondere Rolle, da Ägypten die Wiege des christlichen Mönchtums ist.

Die koptisch-orthodoxe Kirche pflegt diese Tradition bis heute lebendig. Bedeutende Künstler des 20. Jahrhunderts — allen voran Isaac Fanous (1919–2007) — haben die koptische Ikone revitalisiert und sie mit moderner Sensibilität verbunden, ohne ihren spirituellen Kern preiszugeben. Koptische Ikonen werden weltweit gesammelt und gelten als bedeutendes Zeugnis des frühen Christentums.

Unsere Geschichte in Schwäbisch Gmünd

Unsere Gemeinde wurde gegründet, um koptisch-orthodoxen Christen in der Region einen Ort der Zusammenkunft, des Gebets und der geistlichen Heimat zu bieten. Seitdem sind wir stetig gewachsen und haben uns zu einer lebendigen Gemeinschaft entwickelt.
Der Gemeinde ist kulturell vielfältig: Sudanesen, Ägypter, Syrer und Deutsche.
Wir heißen alle Menschen herzlich willkommen, die mehr über unseren Glauben erfahren möchten oder auf der Suche nach einer geistlichen Heimat sind.

Kopten in Deutschland

Bischof Michael
Bischof Michael

Wir gehören zur koptisch-orthodoxen Kirche von Süddeutschland Diözese, die von Bischof Dioscorus geleitet ist.
Die Kopten haben Kirchen und Klöster in ganz Deutschland.
In Schwäbisch Gmünd in 2017 konnten wir eine Kirche in Hussenhofen kaufen, die wir seither renovieren.
Heute haben wir eine lebendige Gemeinde mit regelmäßigen Gottesdiensten, einer Sonntagsschule für Kinder und verschiedenen Aktivitäten für alle Altersgruppen.

Bischof Dioscorus
Bischof Dioscorus

Unsere Kirche in Schwäbisch Gmünd gehört zur Diözese von Süd Deutschland, die von Bischof Michael geleitet wurde, bis er -am 5. August 2023- zu Gott berufen wurde.
Im Juni 2025 ist unser neuer Bischof Dioscorus geweiht.
Hier sind ein Paar nützliche Links